Gibt es Konjunkturen für einzelne Themen?

Für einige schon, die verschiedenen Drogen etwa, die gerade in sind, oder in jüngerer Zeit das Thema Cyber-Mobbing mit einer besorgniserregenden Hemmungslosigkeit. Es gibt aber auch Themen, die durchgängig auftauchen wie Gewalt in allen Formen: unter Kindern, in den Familien, Angst vor Versagen und mangelndes Selbstwertgefühl.

Wie können Sie den Kindern und Jugendlichen helfen?

Zunächst, indem wir einfach da sind. Es ist ja nicht so, dass die Kinder und Jugendlichen kommen und frei heraus sagen, sie hätten ein Problem. Manchmal kreisen sie tagelang in den Pausen um uns, bevor sie sich trauen, uns anzusprechen. Manchmal berichten sie dann vom Fall eines Freundes, einer Freundin, bevor sich herausstellt, dass es um sie geht. Dann hören wir vor allem zu. Allein die Dinge auszusprechen, verändert die Wahrnehmung eines Problems. Und wenn die Schüler merken, dass das, was sie bedrückt, ernst genommen wird, dann öffnen sie sich weiter, und wir können gemeinsam eine Strategie überlegen für die Lösung  eines bestimmten Problems. Wichtig ist es, dass wir frühzeitig ernste Situationen erkennen, die Kinder und Jugendlichen stabilisieren und rechtzeitig gegensteuern, bevor weitere Fehlentwicklungen passieren.

Was tun Sie dann konkret?

Das kommt ganz auf den Fall an. Manchmal reicht es, wenn wir Tipps geben, Szenarien entwickeln, gemeinsam einen Brief aufsetzen oder sie coachen für eine Begegnung, eine Auseinandersetzung oder ein Konfliktgespräch. Es geht darum, dass sie lernen und erfahren, dass sie die Situation ändern können. Oft gehen wir in die Klassen und führen Projekte durch, um bestimmte Themen aufzugreifen. Bei Cyber-Mobbing helfen wir häufig, Unterstützerkreise zu organisieren, die sich mit den Betroffenen solidarisch zeigen. Wir vermitteln dann in Abstimmung mit Kindern, Jugendlichen und Eltern zu Ärzten, Psychotherapeuten, Beratungsstellen oder zum Jugendamt.

„Die Probleme spiegeln unsere gesellschaftlichen Realitäten wider.“

Das ist dann beim Thema Gewalt in der Familie der Fall?

Ja, oft gelingt es uns, die Eltern vorher einzubinden, über die Situationen gemeinsam zu sprechen und an Veränderungen zu arbeiten, auch unter Einbeziehung weiterer Hilfen. Gerade in diesen Fällen ist es gut, dass wir sehr langfristig an den Schulen sind, nicht nur für ein Schuljahr. Die Kinder und Jugendlichen können also jederzeit wieder zu uns kommen. Sie wissen auch, dass unsere Schweigepflicht dort ihre Grenze hat, wo es um die Gefährdung ihres körperlichen und/oder seelischen Wohls geht.

Worauf kommt es an, dass die Kinder und Jugendlichen Vertrauen fassen?

Dass wir keine Bedingungen stellen, und einfach da sind. Die Schüler können kommen und wieder gehen, wie es ihnen passt. Unser wichtigster Vorteil ist aber, dass wir nicht in den Schulbetrieb eingebunden sind. Die Schüler erfahren, dass die Beratung und Unterstützung ihnen weiterhilft. Wir begegnen ihnen mit Wertschätzung und Respekt, nehmen sie mit ihren Sorgen und Problemen ernst. Außerdem wissen sie, dass wir der Schweigepflicht unterliegen.

Gibt es Unterschiede von Schule zu Schule?

Nein, die Probleme, mit denen sie zu uns kommen, spiegeln unsere gesellschaftlichen Realitäten wider. Der einzige Unterschied, den wir beobachten, ist der, dass die Schüler von Gymnasien in der Regel später zu uns kommen, wenn die Probleme schon größer sind, Realschüler wenden sich oft schneller an uns.

Woran liegt das?

Unsere Beobachtung  ist, dass Eltern von Gymnasiasten und ihre Kinder eher so eingestellt sind, dass sie länger versuchen, die Dinge selbst zu regeln, bevor sie Hilfe suchen. Sie scheinen weniger geübt darin, sich früh Unterstützung zu holen.

„Wir stellen keine Bedingungen und sind einfach da.“

Kommen denn auch Eltern zu Ihnen?

Ja selbstverständlich, manchmal, weil sie erfahren haben, dass ihr Kind bei uns war, manchmal auch unabhängig davon mit ihren Erziehungsfragen. Wenn sie etwas beobachten bei ihrem Kind, das sie nicht einordnen können oder auf das sie nicht wissen, wie sie adäquat reagieren sollen.

Wie können Ihre Mitarbeiter zu allen Themen kompetent Auskunft geben?

Wir legen großen Wert auf eine fundierte sozialpädagogische Ausbildung aller MitarbeiterInnen. Und wir besprechen neue oder kritische Themen regelmäßig im Team und bei Supervisionen. Wenn jemand mal bei einem konkreten Thema nicht sofort weiter weiß, kann er sich innerhalb des Teams von Inside @ School oder das Netzwerk bei Condrobs rasch die nötigen Informationen beschaffen. Zudem sind wir regelmäßig auf Fachtagen und besuchen Fortbildungen.

Wieso ist diese Arbeit nicht Teil des vom Staat finanzierten Schul-Angebots?

Schulsozialarbeit oder Jugendsozialarbeit an den Schulen gibt es in München an Förder- und Mittelschulen, zum Teil auch an Grundschulen, da dort zunächst von mehr Bedarf ausgegangen wurde. Doch auch an den weiterführenden Schulen brauchen Kinder und Jugendliche Unterstützung, die präventive Arbeit mit einzelnen, in Projekten und mit Klassen ist für ihre gesunde Entwicklung von großer Bedeutung. Wir würden unsere Arbeit gerne an weiteren Schulen  anbieten und jeweils  langfristig vor Ort an einer Schule bleiben können, damit uns die Lehrkräfte, Schüler und Eltern kennen- und schätzen lernen und uns vertrauen. Der Justin-Rockola-Soforthilfe e.V. setzt sich zudem mit hohem Einsatz persönlich im Kontakt mit den Schulen ein, an denen Inside @ School tätig ist, und sichert damit den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Projekts.

„Oft gelingt es uns auch, die Eltern einzubinden und über die Situationen gemeinsam zu sprechen.“

Die gesellschaftliche Entwicklung müsste den Bedarf für Ihre Arbeit erhöhen?

Ja, wir gehen zum Beispiel davon aus, dass anhaltend viele Kinder und Jugendliche mit der Trennung und Scheidung ihrer Eltern umgehen müssen. Oder gesellschaftliche Strömungen wie der Drang zur ständigen Selbstoptimierung und die einseitige Individualisierung bei Nichterreichen von Zielen, die zunehmend Leistungsdruck und Versagensängste auslösen. Das heißt die Belastungen für die Kinder und Jugendlichen nehmen in der Summe zu. Trotzdem sind wir das einzige zum Großteil privat finanzierte derartige Präventionsprojekt in Deutschland.

Interview: Gerd Henghuber

High Five

Der Verein „HIGH FIVE“ bietet Action-Sport für bedürftige Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Seit der Gründung des Vereins 2010 haben mehr als 1000 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren an über 100 Workshops teilgenommen. mehr...

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adventurecare ist ein gemeinnütziger Verein zur Verbesserung des Wohlbefindens von Kindern und ihren an Krebs erkrankten Eltern. Im Zentrum der Aktivitäten stehen kostenlose Abenteuer- und Erholungscamps in wunderbarer Natur. mehr...

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Die Studentenorganisation enactus geht unternehmerisch an Hilfsprojekte heran. Das Münchener Team, in dem Studenten der LMU, der TU sowie der Hochschulen mitmachen, unterstützt derzeit gleich mehrere Projekte auf der ganzen Welt und wurde als „World Champion“ im „Enactus World Cup“ ausgezeichnet. Damit setzten sich die Münchner gegen 1.650 andere Studententeams durch. mehr...

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Das gemeinsame Tanzen bei „Freudentanz“ nimmt Flüchtlingen Angst und Heimweh – und baut Grenzen in den Köpfen ab. Denn durch Auftritte auf Festen, in Kirchen und Altenheimen machen die Flüchtlinge viele neue Kontakte. mehr...

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Die Stiftung Gute Tat betreibt eine bundesweite Internetplattform rund um das Thema bürgerschaftliches Engagement. Sie vermittelt Menschen, die sich unkompliziert und auch ohne langfristige Verpflichtung ehrenamtlich engagieren möchten, an gemeinnützige Organisationen. In und um München betreut sie inzwischen über 4500 Helfer. Zusätzlich unterstützt Gute Tat gemeinnützige Einrichtungen durch die Vermittlung von Sach- und Geldspenden sowie durch Kontakte zu Unternehmen. mehr...

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Viele der Menschen, die München nach dem Krieg wieder aufbauten und so die Grundlage für den Wohlstand der Stadt schufen, leiden heute unter Altersarmut. Ihnen leistet Lydia Staltner mit ihrem Verein „Lichtblick Seniorenhilfe e.V.“ Hilfe im täglichen Kampf mit der Altersarmut. mehr...

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Der Benefizlauf „Run4Trees®“ in Unterhaching sammelt Spenden für Plant-for-the-Planet und für die Jugendarbeit des TSV Unterhaching – und bietet gleichzeitig ein wunderbares Lauferlebnis. mehr...

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Skateboarding für alle ist das Ziel des gemeinnützigen Vereins. Zusammen mit einer Skateschule richtet er den vermutlich größten Skateworkshop für Kinder und Jugendliche in Deutschland kostenlos aus. 200 Jugendliche lernen dort unter der Anleitung von Profis Skate-Basics und Spaß an selbstständiger Bewegung. mehr...

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Bereits zum sechsten Mal hat die Jesuitenmission die einzigartige Konzertreihe „Weltweite Klänge“ veranstaltet. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene von Schulen auf den Philippinen, in Indien, Paraguay, Kolumbien, Russland, Simbabwe, Deutschland und der Schweiz musizierte über alle Grenzen hinweg und sandten eine eindrucksvolle Friedensbotschaft aus. mehr...

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Mit dem Projekt »Musik schafft Heimat« bietet die Bayerische Philharmonie in dieser herausfordernden Zeit essentiell wichtige integrative Schlüsselerlebnisse für Flüchtlinge und baut eine ebenso erstmalige wie nachhaltige Brücke für und zu den Neuankömmlingen und späteren Münchner Mitbürgern. mehr...

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Der Verein Ich wähle mit e.V will als vollkommen parteineutrale Initiative mithelfen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Denn mit den Wahlen nehmen die Bürgerinnen und Bürger als Souverän dieses Staates die Verantwortung in die eigenen Hände und legitimieren die Regierungen. mehr...

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