Wenn diese erste Schwelle geschafft ist, gibt es weiter Treffen in lockerem Rahmen, immer montags. Dann wird bei den Treffen über die unterschiedlichen Ehrenkonzepte der Jugendlichen diskutiert. Wichtig ist dabei eine wertschätzende Haltung. Den Jugendlichen wird kein neues Konzept eingeimpft, sondern sollen durch das Sprechen mit anderen Gleichaltrigen erfahren, welche anderen Meinungen über diese Themen vertreten werden können. Dadurch werden die Jugendlichen meistens offener und toleranter gegenüber anderen Meinungen. Ein wichtiger Punkt ist ebenfalls, dass in den Diskussionen Religion nicht als Argument akzeptiert wird. Stattdessen werden die Jugendlichen dazu angehalten, aufgrund von eigenen Erfahrungen oder auf Basis von Menschenrechten zu argumentieren.

Die Ausbildung zum Hero, die aus diesen internen Diskussionen, Übungen für Rollenspiele und Workshops beinhaltet, dauert neun bis zwölf Monate. Innerhalb der Ausbildung werden die Kompetenzen vermittelt, einen Workshop mit verschiedenen Rollenspielen durchzuführen und die abschließende Diskussion mit den Teilnehmern des Workshops zu führen und zu moderieren. „Insgesamt ist die Ausbildung zum Hero jedoch nie ganz abgeschlossen“, betont Christian Borchart. „Nach der Ausbildung erlangen die jungen Männer ein Zertifikat, um selbstständig Workshops leiten zu können. Danach kommen sie immer noch zu Treffen und lernen und diskutieren weiter mit.“

Kurz vor der Verleihung des Heroes-Zertifikates gehen die jungen Männer gemeinsam auf Abschlussfahrt. Auf dieser Fahrt wird noch einmal intensiv geübt, um die Abschlussfeier gut zu bewältigen. Auf der Feier wird nicht nur das Heroes-Zertifikat verliehen, sondern auch die eingeübten Rollenspiele werden vorgeführt.

„Die Jugendlichen in den Klassen schätzen es sehr, dass die Workshops von Gleichaltrigen gegeben werden. Wir teilen Feedback-Bögen aus, und dort lesen wir sehr oft, dass sie gar keine Lust hätten, mit Erwachsenen über diese Themen zu sprechen. Der peer-to-peer-Ansatz wird sehr gut angenommen.“

Danach entschließen sich jedoch nicht alle Heroes, auch selbst Workshops zu geben. Aktuell sind aus drei Generationen an Heroes etwa dreizehn regelmäßig engagiert, richten Veranstaltungen aus und nehmen an den Treffen teil. Diese Workshops werden vor allem vor Schulklassen abgehalten, aber auch vor Gruppen von Jugendlichen aus anderen Bereichen. Sie richten sich an Jungen und Mädchen mit jedem Hintergrund, ab 14 Jahren. Dabei wird zuerst in verschiedenen Rollenspielen die Rolle der Ehre im familiären Umfeld thematisiert und danach mit den Jugendlichen diskutiert. „Die Jugendlichen in den Klassen schätzen es sehr, dass die Workshops von Gleichaltrigen gegeben werden. Wir teilen Feedback-Bögen aus, und dort lesen wir sehr oft, dass sie gar keine Lust hätten, mit Erwachsenen über diese Themen zu sprechen. Der peer-to-peer-Ansatz wird sehr gut angenommen“, erzählt Christian Borchart. Nicht nur bei den Jugendlichen in den Workshops hat das Projekt Erfolg. Seit Heroes in Berlin gestartet ist, haben viele weitere Städte eigene Heroes-Projekte aufgebaut. Die Nachfrage ist dabei weiterhin ungebrochen. Auch das Medienecho über Heroes ist deutschlandweit sehr groß.

Hören Sie hier einen Radiobeitrag zu Heroes im Campus-Magazin des Bayerischen Rundfunks B5aktuell:

Helden der Integration - Das Projekt "HEROES" will jungen Migranten Vorurteile abtrainieren - 29.11.2015

In München wird Heroes durch die Arbeiterwohlfahrt getragen. Das Geld dazu wurde die letzten drei Jahre vom Freistaat Bayern gegeben, diese Förderung ist aber inzwischen ausgelaufen. Seither übernimmt die Stadt München die Förderung, jedoch mit einem geringeren Geldbetrag. Das ist problematisch für die Heroes, da mit dem jetzigen Betrag zum Beispiel die jährliche Abschlussfahrt nicht mehr finanziert werden könnte. Auch Workshops, die im Landkreis München und der näheren Umgebung gehalten würden, sind durch die jetzige Finanzierung nicht abgedeckt und müssen daher ausfallen. „Den Anfragen aus dem Landkreis kann in Zukunft nur nachgegangen werden, wenn das Geld dafür aus anderen Quellen als von der Stadt München kommt“, beschreibt Christian Borchart die Situation. Deshalb ist das Projekt Heroes auf der Suche nach finanzieller Unterstützung, um Veranstaltungen wie die Abschlussfahrt durchführen zu können und die Nachfrage an Workshops im Münchner Umkreis decken zu können. Hierbei gibt es jedoch ein weiteres Problem. Durch das Wegfallen der Finanzierung des Freistaats Bayern wurde auch eine Stelle als Gruppenleiter bei den Münchener Heroes gestrichen. „Im Moment mache ich praktisch alles alleine“, erzählt Christian Borchart. „Dadurch können wir insgesamt natürlich auch weniger Veranstaltungen und vor allem Workshops durchführen, was schade ist.“

Aktuell werden auch wieder junge Männer gesucht, die selbst zu Heroes werden wollen. Nachdem die dritte Generation in München vor kurzem ihre Zertifikate verliehen bekam, ist Christian Borchart jetzt wieder auf der Suche nach neuen jungen Helden. ff

High Five

Der Verein „HIGH FIVE“ bietet Action-Sport für bedürftige Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Seit der Gründung des Vereins 2010 haben mehr als 1000 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren an über 100 Workshops teilgenommen. mehr...

adventurecare

adventurecare ist ein gemeinnütziger Verein zur Verbesserung des Wohlbefindens von Kindern und ihren an Krebs erkrankten Eltern. Im Zentrum der Aktivitäten stehen kostenlose Abenteuer- und Erholungscamps in wunderbarer Natur. mehr...

enactus

Die Studentenorganisation enactus geht unternehmerisch an Hilfsprojekte heran. Das Münchener Team, in dem Studenten der LMU, der TU sowie der Hochschulen mitmachen, unterstützt derzeit gleich mehrere Projekte auf der ganzen Welt und wurde als „World Champion“ im „Enactus World Cup“ ausgezeichnet. Damit setzten sich die Münchner gegen 1.650 andere Studententeams durch. mehr...

Freudentanz

Das gemeinsame Tanzen bei „Freudentanz“ nimmt Flüchtlingen Angst und Heimweh – und baut Grenzen in den Köpfen ab. Denn durch Auftritte auf Festen, in Kirchen und Altenheimen machen die Flüchtlinge viele neue Kontakte. mehr...

Gute Tat

Die Stiftung Gute Tat betreibt eine bundesweite Internetplattform rund um das Thema bürgerschaftliches Engagement. Sie vermittelt Menschen, die sich unkompliziert und auch ohne langfristige Verpflichtung ehrenamtlich engagieren möchten, an gemeinnützige Organisationen. In und um München betreut sie inzwischen über 4500 Helfer. Zusätzlich unterstützt Gute Tat gemeinnützige Einrichtungen durch die Vermittlung von Sach- und Geldspenden sowie durch Kontakte zu Unternehmen. mehr...

Inside @ School

Seit 2001 arbeiten Sozialpädagogen des Projekts Inside @ School als Vertrauenspersonen in inzwischen 11 Münchner Gymnasien und Realschulen. Es ist das einzige derartige Projekt für Prävention und Schulsozialarbeit in Deutschland, das zum großen Teil privat finanziert wird – unter anderem durch die Stiftung München. mehr...

Lichtblick Seniorenhilfe

Viele der Menschen, die München nach dem Krieg wieder aufbauten und so die Grundlage für den Wohlstand der Stadt schufen, leiden heute unter Altersarmut. Ihnen leistet Lydia Staltner mit ihrem Verein „Lichtblick Seniorenhilfe e.V.“ Hilfe im täglichen Kampf mit der Altersarmut. mehr...

Run 4 Trees

Der Benefizlauf „Run4Trees®“ in Unterhaching sammelt Spenden für Plant-for-the-Planet und für die Jugendarbeit des TSV Unterhaching – und bietet gleichzeitig ein wunderbares Lauferlebnis. mehr...

Skateboarding München

Skateboarding für alle ist das Ziel des gemeinnützigen Vereins. Zusammen mit einer Skateschule richtet er den vermutlich größten Skateworkshop für Kinder und Jugendliche in Deutschland kostenlos aus. 200 Jugendliche lernen dort unter der Anleitung von Profis Skate-Basics und Spaß an selbstständiger Bewegung. mehr...

My Life Films

Professionelle Filmemacher in England haben das Konzept von „My Life Films“ entwickelt. Sie produzieren wertschätzende, emotionale und sehr persönliche Filme für Menschen mit Demenz. Jetzt gibt es das Projekt auch in München. Die Finanzierung der Filme wird allein durch Spenden sichergestellt. mehr...

Weltweite Klänge

Bereits zum sechsten Mal hat die Jesuitenmission die einzigartige Konzertreihe „Weltweite Klänge“ veranstaltet. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene von Schulen auf den Philippinen, in Indien, Paraguay, Kolumbien, Russland, Simbabwe, Deutschland und der Schweiz musizierte über alle Grenzen hinweg und sandten eine eindrucksvolle Friedensbotschaft aus. mehr...

Musik schafft Heimat

Mit dem Projekt »Musik schafft Heimat« bietet die Bayerische Philharmonie in dieser herausfordernden Zeit essentiell wichtige integrative Schlüsselerlebnisse für Flüchtlinge und baut eine ebenso erstmalige wie nachhaltige Brücke für und zu den Neuankömmlingen und späteren Münchner Mitbürgern. mehr...

HORIZONT e.V.

Der gemeinnützige Verein HORIZONT e.V. bietet Kindern mit ihren Müttern, die unschuldig in Not geraten sind, ein sicheres und liebevolles Zuhause auf Zeit. Ziel ist es, die Familien möglichst schnell in ein eigenverantwortliches Leben zurückzuführen, ihnen eine Wohnung sowie einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu vermitteln. mehr...

Ich wähle mit e.V.

Der Verein Ich wähle mit e.V will als vollkommen parteineutrale Initiative mithelfen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Denn mit den Wahlen nehmen die Bürgerinnen und Bürger als Souverän dieses Staates die Verantwortung in die eigenen Hände und legitimieren die Regierungen. mehr...

Stiftung ICP München

Unternehmen können ihre Büros verschlanken und gleichzeitig Gutes tun, indem sie Bürodienstleistungen an die Integrationsfirma der Stiftung ICP München auslagern. Menschen mit Cerebralparese erledigen sie mindestens genauso zuverlässig – nur eben etwas langsamer. Das Gleiche gilt für die Abrechnungen von Arztpraxen. mehr...